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Rückblick auf ein Fest des Glaubens

 

Rückblick auf den  Ökumenischen Kirchentag in Rottweil vom 17. bis 19. Oktober 2014

 

 

Der Ökumenische Kirchentag unter dem Motto „Verantwortlich für die Zukunft", der erstmals in Rottweil vom 17. bis 19. Oktober 2014 stattgefunden hat, war sicherlich ein außergewöhnliches und besonders schönes Ereignis im kirchlichen Leben von Stadt und Kreis Rottweil.
Zur großen Freude und Überraschung vieler waren die verschiedenen Gottesdienste, Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und Vorträge sehr gut besucht.

 

(Abschlussgottesdienst: Standartenträger von Auferstehung Christi und Heilig Kreuz)

 

Zur Eröffnung vor dem Alten Rathaus mit rund 600 Anwesenden, darunter 230 Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Chören, erklang das Kirchentagslied, das Johannes Vöhringer komponiert und zu dem Wolfgang Weis einen Chorsatz geschrieben hatte. Anschließend gab es ein abwechslungsreiches Angebot in den Kirchen. Im voll besetzten Heilig-Kreuz-Münster waren die Besucher sehr berührt und begeistert von „Musik und Meditation" mit Texten und Musik aller Chöre der Münstersängerknaben unter der Leitung von Robert Kopf und der Intakt Allstyle Band. Auch zum „Offenen Singen" in der Predigerkirche fanden sich viele sangesfreudige Menschen ein. Die Gruppe fi l_da_elephant aus Esslingen gestaltete den Freitag Abend in der Auferstehung-Christi-Kirche. Im Anschluss an das Konzert begann dort eine lange „Taizé-Nacht der Lichter", zu der sich über 200 Jüngere und Ältere versammelten. In der ebenfalls sehr gut besuchten Pelagiuskirche in der Altstadt wurde mit Begeisterung der Vortrag von Prof. Dr. Werner Mezger über „Ungehobene Schätze des Christentums" aufgenommen. Im Anschluss an die Konzerte fand in allen Kirchen ein Abendgebet statt.

 

 

 

Der Samstag Vormittag stand, nach Morgengebeten in einigen Kirchen, im Zeichen verschiedener Diskussionsveranstaltungen, die jeweils zahlreiche Interessierte fanden.

  • Beim Forum Jugend trafen sich nicht nur Jugendliche zum Thema „Zwischen Forderung und Überforderung" mit Studentenpfarrer Bernd Hillebrand (Tübingen) und Frank Pahnke (Trossingen).
  • Das Forum Familie zum Thema „Gottes Geist bewegt die Erde" mit Prof. Dr. Siegfried Macht (Bayreuth) widmete sich u.a. der religiösen Ausdrucksform des Tanzes.
  • Das Forum Senioren tagte zum Thema „Tür an Tür" mit Angelika Dietmann, Gemeinwesenarbeiterin in der St. Anna-Hilfe GmbH (Hohentengen / Mengen) und Hans-Dieter Müller, Regionalleiter St. Anna-Hilfe, (Dußlingen).
  • Das Forum Arbeit widmete sich „Arbeit unter Druck - auf der Suche nach Auswegen" mit Pfr. Wolfgang Herrmann, Leiter Fachbereich Kirche und Arbeitswelt, Diözese Rottenburg-Stuttgart und Brigitte Schäfer, Dipl. Psychologin, Coach und Stressverhaltenstrainerin (Herrenberg)
  • Das Forum Schöpfung stand unter dem Leitwort „Kirche - der Schöpfung verpflichtet" mit Prof. Dr. Markus Vogt (München).
  • Beim Forum Kirche und Gesellschaft war das Evangelische Gemeindehaus überfüllt. Das Thema „(Volks-) Kirche wohin?" mit Prof. Dr. Paul Zulehner (Wien) und Klaus Siegmeier, ehem. Chefredakteur des Schwarzwälder Boten (Rottweil) hatte viele angezogen.

 

 

Die Podiumsdiskussion bei der zentralen Veranstaltung am Samstagnachmittag

in der Stadthalle stand unter dem Thema "Wieviel Verantwortung verträgt der Mensch" . Der Burladinger Unternehmer Wolfgang Grupp, der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch und der Moraltheologe Prof. Dr. Franz-Josef Bormann (Tübingen) brachten unter der Moderation von Pfarrerin Esther Kuhn-Luz ihre Beiträge in eine spannende Diskussionsrunde ein.

 

 

 

Humorvoll war die anschließende Autorenlesung von Dietlinde Elsässer „Mach ja kein Theater". Das Abendprogramm bot Auswahl zwischen einem Konzert mit "High Five" und dem Kirchen-Kabarett " Die Maulflaschen", das ein begeistert lachendes Publikum gefunden hat. Mit einem Abendgebet in der Auferstehung- Christi- Kirche fand dieser Tag einen besinnlichen Abschluss.

 

 

 

Zum Abschlussgottesdienst am Sonntag reichten die 1000 Plätze in der Stadthalle nicht aus,

so dass für 500 Besucher eine Video-Übertragung in die Stallhalle organisiert wurde. Beeindruckend war bereits der Einzug mit den vielen „Kirchturm-Tafeln", an denen sichtbar wurde, wie viele Gemeinden sich an diesem ökumenischen Großereignis beteiligt hatten. Prof. em. Dr. Paul M. Zulehner nahm das Bild des Orpheus aus dem Rotttweiler Dominikanermuseum zum Ausgangspunkt für seine sehr anschauliche und überzeugende Predigt, in der er dann zum Christus-Orpheus, wie er in der Domitilla-Katakombe in Rom dargestellt ist, überleitete Er verdeutlichte dabei, dass im antiken Mythos der Tod das letzte Wort hat. Christus aber, der „hinabgestiegen in das Reich des Todes" ist, ist nicht im Tod geblieben. Auf byzantinischen Ikonen ist die Auferstehung so dargestellt, dass Adam und Eva, womit die ganze Menschheit gemeint ist, von Jesus herausgeführt werden zum Leben. Darin ist die christliche Hoffnung begründet. Deshalb bräuchten Christen keine Angst zu haben, denn Angst sei die Ursache von Gewalt, Gier und Lüge - oder, anders gesagt: die Ursache von Terrorismus, Finanzkrise und Korruption. Der Gottesdienst fand eine kleine Unterbrechung durch die Einladung zu einem gemeinsamen Imbiss. Mit dem Reisesegen wurden die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann durch Pfarrer Albrecht Zepf aus Oberndorf, den Initiator dieses Ökumenischen Kirchentages, auf den Weg gesandt.

 

 

 

(Veronika Heckmann-Hageloch)