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Aktuelle Konzerte

 

Musikalische Glanzstunde der Kirchenmusik

 

Die allerbeste Zeit - Trauer und Freude mit dem Münsterchor Rottweil

 

vivaldikonzert

Foto: Berthold Hildebrand


Für eine musikalische Glanzstunde der Kirchenmusik sorgte der Münsterchor Rottweil, verstärkt durch die Rottweiler Mädchenkantorei unter Leitung von Regionalkantor Wolfgang Weis beim Konzert im Heilig-Kreuz-Münster. Vor zahlreichem Publikum führte der Münsterchor die Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" von Johann Sebastian Bach, auch bekannt als „Actus Tragicus", sowie das Gloria in D von Antonio Vivaldi auf. 

Der Chor wurde sehr differenziert durch das Orchester Cappella Vivace begleitet.
Mit Alice Fuder, Henriette Gödde, Paul Sutton und Johannes Mooser wurden Solisten ausgewählt, die sehr einfühlsam ihre Partien sangen. Besonders hervorzuheben ist der gemeinsame Gesang der Altistin Henriette Gödde und dem Chor in Vivaldis Gloria, welcher bei den Zuhörern zu einem Gänsehautgefühl führte.
Der Chor überzeugte durch eine Leichtigkeit und Durchsichtigkeit, durch welche die barocke Musik zu einem Hörgenuss wurde.
Das Publikum bedankte sich bei den Sängern und Musikern mit lang anhaltendem Applaus und entließ die Interpreten erst nach einer Zugabe. Der Münsterchor Rottweil hatte für sein Konzert am Sonntag, 25. November zwei kontrastierende Meisterwerke des frühen 18. Jahrhunderts ausgewählt:

 

Die Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" von Johann Sebastian Bach, auch bekannt als „Actus Tragicus", sowie das Gloria in D von Antonio Vivaldi.

Das Gloria von Vivaldi gehört ohne Zweifel zu den populärsten Werken der Chorliteratur. Dieses großartige Meisterwerk des Venezianers vereint musikalische Raffinesse mit unmittelbarer Eingängigkeit. Die fast klassische Einfachheit und sprühende Lebendigkeit des wunderbar orchestrierten Werkes trägt, so wird vermutet, dem Umstand Rechnung, dass Vivaldi als Musiker eine Anstellung an einem venezianischen Waisenhaus für Mädchen hatte, die eine intensive Ausbildung für den Chorgesang erhielten, und für die er das Werk als Auftragskomposition verfasst haben soll.


Diesem großen und bekannten Loblied auf den dreifaltigen Gott des Neuen Testaments wird eine Kantate von Johann Sebastian Bach vorangestellt. Der „Actus Tragicus" des jungen Musikers ist eine seiner frühesten überlieferten Kantaten. Auch bei dieser Trauermusik handelt es sich wahrscheinlich um eine Auftragskomposition, denn in seiner Anstellung als Organist im thüringischen Mühlhausen war Bach als Komponist für Vokalmusik ausschließlich bei Kasualien zuständig. Das ergreifende Meisterwerk ist mit nur zwei Blockflöten, zwei Gamben und Generalbass sehr ungewöhnlich besetzt und klanglich äußerst reizvoll. In seiner inhaltlichen und musikalischen Tiefe ragt es wie alle Kantaten Bachs weit über seine historischen Vorbilder hinaus, die deutschen Texte und ihre musikalisch-rhetorische Umsetzung durch den Komponisten sprechen auch heute noch eine klare und und trostreiche Sprache, die uns tief berührt.

 

Text: pm / ww

 

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Plakat: Hak Design