Startseite  |  Sitemap  |  Impressum

Hochwaldkapelle

 

 

Als im Jahr 1596 die männliche Linie der Grafen von Zimmern ausstarb, erwarb die Stadt Rottweil das Waldgebiet, das heute den Weiler Hochwald umfasst. Ende des 18. Jhd. siedelten dort in einigen Bauernhöfen und dem Wirtshaus „Engel" insgesamt etwa 40 Personen. Ein Feldkreuz wurde schon 1720 durch eine Kapelle ersetzt, die von Rottweiler Handwerkern gebaut wurde. Das neue Kirchlein weihte man der Märtyrerin Margaretha von Antiochien, die zu den 14 Nothelfern zählt. Rasch wurden eine spätgotische Pieta, ein hl. Wendelin und eine hl. Agatha sowie ein Vortragekreuz für Prozessionen angeschafft. In den 1760-er Jahren wurde ein silberner Messkelch aus einer Augsburger Werkstatt gekauft, dazu ein Messgewand und eine Albe. Auf den Turm kam eine Glocke aus der Werkstatt von Benjamin Grüninger aus Villingen. Die heutige Glocke von 1870 goss Augustin Hugger aus Rottweil. Weithin bekannt und seit 1770 nachgewiesen ist das Margarethen-Fest, bei dem gewöhnlich der Pfarrer von Villingendorf die Messe zelebrierte. Alljährlich laden die Hochwälder um den 20 Juli, dem Fest der hl. Margaretha, zur Hochwald-Kirbe ein. Viele Rottweiler und Besucher aus den umliegenden Gemeinden füllen nach dem Gottesdienst das Festzelt. Auch die Rottweiler Rathausspitze wird da erwartet. Seit der umfangreichen Restaurierung der Kapelle durch die Stadt Rottweil betreut die Familie Hermann Engesser die Kapelle. Margaretha von Antiochien ist die Patronin der Bauern und Hirten. Sie wird angerufen bei schweren Geburten und bei Unfruchtbarkeit. Eine Bauernregel sagt „An Margarethen Regen, bringt Heu und Nüssen keinen Segen."

 

 

 

Text und Bilder: Berthold Hildebrand