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Armsünder-Kapelle

 

 

Direkt an der Königstraße, gegenüber der Hofgerichtsstätte, steht eine kleine, annähernd quadratische Kapelle. Durch eine große, mit Sandstein gefasste Bogenöffnung sieht man von der Straße her einen Geißelchristus hinter dem Gitter stehen. Anfang des 17. Jhd. bauten Kapuziner aus der Schweiz im damaligen Garten von Stadtpfarrer Jakob Khuon ein kleines Kloster, das aber schon 1633 von württembergischen Truppen wieder zerstört wurde. An gleicher Stelle errichtete man später die Armsünderkapelle. In ihr steht ein angeketteter Schmerzensmann nach der Geißelung. Er soll aus der Werkstatt von Felizian Hegenauer stammen, der von 1717 bis 1740 in Pfullendorf arbeitete. In seinem Kapellenführer schreibt Winfried Hecht „Man kann annehmen, dass Prozessionen, die aus der Stadt hinaus nach Ruhe Christi gezogen sind, hier Station gemacht haben, wie auch die Fronleichnamsprozession noch nach dem Zweiten Weltkrieg an der Kapelle vorbeigezogen ist. Die Kapelle ist seit einer Schenkung im Jahre 1985 im Besitz der Stadt. Den Original-Geißelchristus konnte das Stadtmuseum erwerben. In der Kapelle steht eine Kopie, die Robert Haunstetter fertigte. Es kommt auch heute noch vor, dass Menschen mit ihren großen und kleinen Sorgen hierher kommen und Geldmünzen durch das Gitter in die Kapelle werfen.

 

 

Text und Bilder: Berthold Hildebrand