"Sehnsucht nach Erneuerung - Suche nach Wahrheit und Frieden um 1500 und heute"

 

Ein farbenprächtiges Mysterienspiel

 

Das geistliche Schauspiel „Sehnsucht nach Erneuerung - Suche nach Wahrheit und Frieden um 1500 und heute“, das in verschiedenen Kirchen zur Aufführung kommt, lässt die Zeit um 1500 lebendig werden. Was die Um- und Aufbrüche in der Zeit um 1500 bedeuten, soll in farbenprächtigen Szenen mit Musik, Original-Texten und historischen Renaissance-Kostümen anschaulich werden und zeigen, welche beeindruckende Vielfalt es damals gab in Religion, Politik, Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft. Die Mysterienspiel-Gruppe mit Jugendlichen aus dem Albertus-Magnus- und Leibniz- Gymnasium sowie der Realschule Rottweil hat das Stück unter der Leitung von Veronika Heckmann-Hageloch selbst entwickelt. Dabei knüpft sie an die Tradition mittelalterlicher Spiele an und bringt sie in einen Bezug zur Gegenwart.


Die beiden Jugendlichen "Anima" und "Historia" erkunden im Gespräch mit „Thea“ und "Sophia", was die Menschen um 1500 bewegte und welche Erkenntnisse, Erfindungen und Entdeckungen bis heute nachwirken, etwa die Reformation und die Erneuerungsbewegungen der katholischen Kirche, Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und die Entdeckung des neuen Kontinents Amerika. „Thea“ und „Sophia“ zeigen Bezüge auf zur Bibel und zur Geistesgeschichte. Es gab einen regen Austausch an Ideen und Werken auch schon um 1500 in Europa. Viele Persönlichkeiten kannten sich oder hatten zumindest voneinander gehört. Einige treten im Spiel treten sichtbar auf, zum Beispiel Erasmus von Rotterdam, Theologe und Wissenschaftler, der sich damals für bedingungslosen Frieden einsetzte und im Briefwechsel mit Martin Luther stand. In seinem Buch "Das Lob der Torheit" schreibt er kritisch und zugleich hoffnungsvoll über die Notwendigkeit von Reformen in der Kirche. Eng befreundet mit Erasmus waren Thomas Morus und seine Tochter Margaret. Der Politiker Thomas Morus, englischer Lordkanzler unter König Heinrich VIII., wurde hingerichtet, weil er seinem Gewissen treu geblieben ist. In seiner Schrift "Utopia" entwarf er das Ideal eines Staates, in dem Menschen in Frieden leben können. Albrecht Dürers Ehefrau Agnes und Michelangelos Freundin Vittoria Colonna verweisen auf die neuen Interessen der Künstler der Renaissance.


Das gotische Heilig-Kreuz-Münster, dessen heutiges Erscheinungsbild um 1500 geprägt wurde, bildet einen besonders passenden Rahmen für dieses Mysterienspiel.

Die musikalische Begleitung in Rottweil und Rottenburg, bei der auch Stücke aus der Zeit des 16. Jahrhunderts erklingen, übernimmt Beate Vöhringer an der Orgel, in Heidenheim spielt Fabio Merz.

 

Text: Veronika Heckmann-Hageloch

 

 

Bildergalerie von den Proben im Münster: zum Vergrößern bitte in das Bild, zum Durchblättern in den rechten oder linken Bildbereich klicken.

 

Fotos: Veronika Heckmann-Hageloch