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Vermeldungen im Sonntagsgottesdienst

 

Wohin mit den Vermeldungen?

In unseren Kirchen haben Lektoren und Lektorinnen diese nach der Kommunion zwischen Danklied und Schlussgebet vorgetragen. Für viele eine geeignete Stelle: sitzend, nach einer kurzen Stille, kann man gut zuhören und die Vermeldungen in sich aufnehmen. Andere fühlen sich im persönlichen stillen Dankgebet nach der Kommunion gestört. Sie wollen im Gebet Gott begegnen und nicht von den vorgelesenen anstehenden Terminen und Veranstaltungen daran gehindert werden.

In anderen Gemeinden werden die Informationen vor dem Segen vorgelesen. Das ist eine andere Variante. Einen vorgegebenen Platz innerhalb der Liturgie gibt es nicht. Vermeldungen sind liturgisch-theologisch betrachtet überhaupt nicht vorgesehen.

 

Das Pastoralteam hat sich mit Frage „Wohin mit den Vermeldungen?“ im Dezember 2019 beschäftigt. Egal an welcher Stelle innerhalb des Gottesdienstes die Vermeldungen angesiedelt sind – sie stellen immer einen Bruch der liturgischen Handlung dar. Dies fällt vor allem dann auf, wenn die Gemeindeinformationen eine beträchtliche Länge haben. Der bisherige Ort – zwischen Danklied und Schlussgebet – greift in die Kommunion ein – der heiligste und intimste Zeitpunkt innerhalb der Eucharistie.

 

Zitate aus dem Buch „Immer und überall danken. Die Eucharistie verstehen und feiern“ von Werner Groß erklären das:

„Die Stille zum persönlichen Gebet [nach der Kommunion] verdient Achtsamkeit und Pflege. Die traditionelle Zeit für die persönliche Danksagung war früher anschließend an die Eucharistiefeier; es ist eine glückliche Erneuerung, dass diese Zeit für das persönliche Dankgebet jetzt an erster Stelle nach dem Empfang der eucharistischen Gaben erscheint.“

„Die Kommunion klingt im Schlussgebet aus, einem Amtsgebet wie das Tages- und das Gabengebet. Der Dank für die empfangenen Gaben aus je verschiedenem Blickwinkel verbindet sich mit der Bitte um ihre gnadenhaften Wirkungen für den einzelnen Empfänger, für die feiernde Gemeinde und für die gesamte Kirche.“

 

Das Pastoralteam hat in seiner gemeinsamen Sitzung nun beschlossen, die Vermeldungen probeweise vor den Beginn der sonntäglichen Eucharistiefeier zu setzen. Eine Umstellung für alle. Aber damit verbunden ist die Hoffnung, dass jede und jeder für sich einen persönlichen Mehrwert daraus gewinnen kann.

 

Pfarrer Timo Weber