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Zum Welttag für geistliche Berufe Maria Magdalena | Apostolin der Apostel

 

von Michael Becker

 

Berufung war jahrhundertelang Luxus.

 

In einer Zeit, in der der Erstgeborene den Betrieb des Vaters übernahm, war der Zweite zu einem geistlichen Beruf bestimmt, ob er wollte oder nicht.


In der modernen Welt, in der jungen Menschen eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten offen steht, ist die Frage nach der eigenen Berufung ungleich freier aber auch ungleich komplizierter.

 

Das "Irrtumspotential" ist heute weitaus größer als früher, als man davon ausging, dass der Sohn mit denselben Talenten wie der Vater ausgestattet ist und entsprechend tätig wird. 

 

Im geistlichen Sinn setzt Berufung immer einen Ruf voraus: Das bedeutet, einen der ruft und einen, der den Ruf hört. Das bedeutet, Berufung wird zu einer Beziehung.

 

Jesus ruft in erster Linie in seine Nachfolge, das heißt in einen Lebensstil, der sich aus einer innigen Freundschaft zu ihm nährt und die Werte  des Handelns bis ins Kleinste prägt.

 

Das Wort Hingabe und damit das Bild des guten Hirten, der sein Leben gibt, kommt hier ins Spiel.


Wenn die Kirche jedes Jahr aufs Neue für geistliche Berufe betet, verspricht sie auch, dass sie sozusagen Schutzraum geben will, auf dass Menschen den Ruf in die Beziehung zu Jesus hören und sich auf den Weg machen.

 

Das ist die innerste Berufung der Kirche, das ist sozusagen die Sprache, die die Kirche sprechen muss, damit Menschen den Ruf Gottes hören können. 

 

Anderes wie Pflege der Kunst oder Tradition sind nur Hilfsmittel, die auf das Innerste hinweisen.

 

In tief berührender Weise erzählt der aktuelle Kinofilm „Maria Magdalena" eine solche Berufungsgeschichte, die Beziehungsgeschichte ist.

 


Die junge Maria aus Magdala spürt in sich eine Sehnsucht nach einem Leben, das mehr als alles ist und findet es in dem „Heiler" Jesus von Nazareth, der in ihr Dorf kommt.

 

Gegen den Widerstand ihrer Familie bricht sie aus ihrem Gefüge aus und folgt ihm nach.

 

Erst im Laufe dieser Beziehungsgeschichte wird deutlich, was dann ihre Berufung ist: erste Zeugin der Auferstehung zu sein: Apostelin der Apostel.

 

Wo alle anderen gezweifelt haben, hat sie mit ihrem Leben bezeugt. „Berufen" kommt von Rufen und Hören.

 

Die Kirche muss den Raum dazu schaffen zur Erfüllung dieser Berufung.

 

Maria Magdalena

 

Foto: Filmplakat