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Auf die Haltung kommt es an November | ein besonderer Monat, um sich zu erinnern

 

von Hans Peter Mattes

 

Der Monat November ist ein besonderer Monat.

Die Natur zeigt es uns in allen Facetten, und es ist die Zeit dankbarer Erinnerung an Menschen, die einmal mit- und unter uns gelebt haben.


Abschiednehmen und Trauern, - das geht uns Alle an, denn dies sucht und braucht eine Antwort, eine Sprache, Begleitung, Rituale, Tage und Orte.


Mir fällt dazu die beeindruckende Geschichte der Begegnung von Jesus und der gekrümmten Frau in der Synagoge in Lk 13,10-13 ein.

 

18 Jahre ist diese Frau krank und lebt so mit ihrer Körperhaltung.

 

Sie verrät viel von den Lasten ihres Lebens, die sie runter gedrückt haben.

 

Die Frau ist daher auch vereinsamt, fühlt sich in die Isolation gedrängt und meist alleingelassen.

 

Wo andere den Blick abwenden, sieht Jesus hin.


Ja, - mit dem Angesehen werden fängt eine heilsame Begegnung an.

 

Auf das Sehen folgt dann die ganz persönliche Ansprache.

 

Jesus lädt die Frau ein, zu ihm zu kommen, lässt ihr die Würde der Entscheidungsfreiheit, spricht ein Angebot aus.

 

Das ist Begegnung auf Augenhöhe.

 

Die Frau kommt zu Jesus.

 

Es geschieht dann kein Ausfragen und Urteilen.

 

Ihm geht es nicht darum, zu richten, sondern darum aufzurichten.

 

Er sagt ihr gleichsam etwas Gutes zu: in dir steckt so viel Wertvolles.

 

Unter diesen Voraussetzungen geht einerseits eine erlösende, befreiende und heilende Kraft aus, und andererseits geschieht noch etwas Entscheidendes.

 

Jesus berührt sie, so dass sie mit ihrer eigenen Kraft und Würde in Berührung kommt und sich aufrichtet.


Wie gut tut es doch in angemessener Weise einem die Hand zu geben, zu halten, jemanden in den Arm zu nehmen.

 

Das ist auch die Sehnsucht vieler Menschen in ihrer Trauer, Menschen an ihrer Seite zu haben, die sagen: Ich bin da für dich, ich habe Zeit.

 

Ein Mensch will sich gerne mitteilen, Erinnerungen herholen, dankbar zurückschauen, Dinge klären.

 

Es braucht oft weniger Worte, sondern vielmehr echte Anteilnahme, Bestätigung, Orientierung und Hilfe.

 

Ich spreche dabei gerne von Haltungen, auf die es im Leben ankommt.

 

Ihnen eine gesegnete Zeit!


Zum Autor:

 

Hans-Peter Mattes, Dekanatsreferent,

Vorsitzender Hospiz am Dreifaltigkeitsberg

und kirchlicher Rundfunkbeauftragter.

 

Hospiz Spaichingen

Bild steht am Eingang zum Hospiz am Dreifaltigkeitsberg in Spaichingen

Foto: Mattes